Theaterverein der Stadtwerke Frankfurt am Main e.V.
Theaterverein der Stadtwerke Frankfurt am Main e.V.

Pleiten, Pech und Pannen

 
Es ist kaum zu glauben, aber auch beim Theaterverein gibt es von Zeit zu Zeit - wenn auch nur ganz selten - Pleiten, Pech und Pannen!
 
 
Stilblüten

Ein schon etwas älterer Bühnenkollege hat manchmal offensichtlich Probleme, sich den exakten Text zu merken. Er improvisiert dann gern mal und ist dadurch bei seinen anderen Mitspielern gefürchtet.

Bei „Peter Pan“ hatte er die Rolle von einem der Piraten. Als bei der Mannschaft Unmut aufkommt sollte er sagen: „Wann kapern wir endlich ein Handelsschiff und machen fette Beute?“ Stattdessen fragt er: „Wann kapern wir endlich mal einen Öltanker machen richtig fettige Beute?“ Oder ein anderes mal: „Wann kapern wir endlich einen Kreuzfahrtdampfer und angeln uns ein paar reiche Bräute?“

In einer anderen Textpassage sollte er sagen: „Tigerlilly ist nämlich mal in der Lagune ins Wasser gefallen und konnte nicht schwimmen. Da hat ihr Peter Pan das Leben gerettet und seit dem sind die beiden dicke Freunde.“ – Daraus wurde: „Tigerlilly ist nämlich mal in der Lagune ins Wasser gesprungen und hatte ihren Bikini am Strand vergessen. Da ist Peter Pan hinterher gesprungen und hat ihr das Leben gerettet, oder so. Jedenfalls sind sie seit dem die besten Freunde“


Schon ein paar Jahre her, ein anderer Ort, andere Personen:

Der Junge Prinz wies seinen Knappen an: „Am Waldrand wartet mein Pferd. Bringe es her, dann reiten wir zurück zum Schloss!“ - Das wäre der Originaltext gewesen, aber unser Theaterkollege machte sich bei der letzten Aufführung den Spaß und sagte: “Am Waldrand steht meine Harley, tanke sie auf und dann brausen wir ab zum Schloss.“
 


21.01.2011 - Sprengstoff- und Waffenfund in Becherbach!

... Und was hat der Theaterverein damit zu tun?

Ganz einfach: An diesen Wochenende, am Sonntag dem 23.01.2011 wollten wir unsere letzte Veranstaltung dieser Saison in Meisenheim aufführen. Die Aktiven vom Theaterverein und unsere Gäste aus Meisenheim und Umgebung freuten sich schon auf diese Vorstellung vom Märchen "Eine Weihnachtsgeschichte" in der Mehrzweckhalle der Heilpädagogischen Einrichtung Meisenheim. Aber dann sollte alles ganz anders kommen als geplant - die Veranstaltung musste ausfallen.

Der Kampfmittelräumdienst von Rheinland-Pfalz hatte in Becherbach, dem Nachbardorf von Meisenheim die wohl größte Menge von Waffen und Sprengstoff gefunden, die je ein privater Waffennarr in diesem Land gesammelt hatte.

Diesen Sprengstoff, der unter anderem in einer alten Scheune gehortet wurde, galt es durch eine gezielte Sprengung kontrolliert unschädlich zu machen. Dazu wurde das ganze Dorf mit etwa 500 Einwohnern sofort evakuiert. Die Bewohner wurden zu diesem Zweck zum großen Teil vorübergehend unter anderem in der Mehrzweckhalle im Bodelschwingh-Zentrum in Meisenheim untergebracht. Erst am Sonntag Vormittag konnten alle Einwohner wieder in Ihre Häuser zurückkehren.

Als Konsequenz war es uns leider nicht mehr möglich, unsere geplante Veranstaltung in dieser Halle vorzubereiten und durchzuführen. Wir entschuldigen uns dafür bei unseren Gästen und versprechen, dass wir im nächsten Jahr auf jeden Fall wiederkommen wollen.
 


Absagen? - Niemals!

In der Saison 2008 waren wir gerade mitten beim Aufbau für unsere Märchenveranstaltung „Die kleine Meerjungfrau“ für den Turnverein in Sachsenhausen. Da klingelte ein Handy und in der Ecke des Saales wurde diskutiert. Unser Vorstand rief die Aktiven zusammen und gab bekannt, dass die Vorstellung ausfallen muss.

Conny Hazel, eine der Hauptdarstellerinnen hatte angerufen, dass sie nicht kommen kann, weil ihr Sohn mit plötzlichen Krämpfen und Ohnmacht ins Krankenhaus eingeliefert wurde und dass sie selbstverständlich bei ihm bleiben wollte.

Erst einmal waren alle geschockt. Wir sind jedes Jahr froh, dass wir Spieler für alle Rollen zusammenkriegen, aber an eine Doppelbesetzung der Rollen ist nicht zu denken. Also hatten wir auch keinen Ersatz für den Kugelfisch.

Aber die Vorstellung absagen? Nein, das wollten wir dem Veranstalter, uns Aktiven, und vor allem unseren Gästen nicht antun!

Dann wurde erwogen, das Textbuch mal schnell umzuschreiben. Aber die Rolle vom Kugelfisch Kalle war so wichtig – die konnte man nicht streichen. Also musste jemand die Rolle übernehmen. Es kam nur eine in Frage: Angie Krug, unsere Spielleiterin erklärte sich bereit, es zu versuchen.

Wir schlugen vor, wir erklären die Situation vorher den Besuchern und Angie liest den Text aus dem Textbuch vor. Doch dann besorgten wir Karteikarten und zwei Mädels aus unserer Gruppe schrieben die Textpassagen auf die Karteikarten, die Angie dann auf der Bühne als Spickzettel benutzen sollte.

Während die beiden schrieben, lernte Angie hochkonzentriert den ganzen Text auswendig. Dann wurden einzelne Passagen noch mal auf der Bühne zusammen mit den Spielpartnern in den Kulissen geübt. Angie wollte es ohne die Spickzettel versuchen.

Dann kamen die Gäste. Nur den Veranstalter hatten wir von unserem Problem informiert. Die Spannung hinter der Bühne stieg bis zum Siedepunkt. Aufregung pur!

Dann der erste Auftritt vom Kugelfisch. Es klappte. Die Souffleuse musste fast gar nicht unterstützen. Die Spielpartner auf der Bühne halfen auch ein bisschen mit Stichworten und Gesten und in ein paar wenigen Fällen wurde beim Text auch ein wenig improvisiert.

Es hat hervorragend geklappt! Manche Szenen spielte Angie seitenverkehrt, denn als Spielleiterin steht sie ja sonst immer vor der Bühne. Was für die Zuschauer rechts ist, das ist für die Spieler auf der Bühne links und umgekehrt. Aber auch das konnten ihre Mitspieler ausgleichen.

Ich wette, keiner der Besucher hat bemerkt, dass wir eine mittlere Katastrophe verhindert haben. Unserer Angie nochmals herzlichen Dank für den mutigen Einsatz!

Übrigens war Conny Hazel, der Original-Kugelfisch zur Veranstaltung am nächsten Tag wieder auf der Bühne dabei. Ihr Sohn war nach wenigen Tagen auch wieder fit.
 


Kabelfehler

Einmal sollten wir in Ortenberg um 15:00 Uhr unser Märchen aufführen. Wie immer waren wir morgens um 09:00 Uhr pünktlich zur Stelle, um alles aufzubauen und vorzubereiten. Nachdem auch die Lichttechnik fertig war, sollte "eingeleuchtet" werden, also die Beleuchtungsprobe mit Einstellen der Scheinwerfer sollte beginnen.

Beim Einschalten ging gleich eine der teuren "Birnen" kaputt und wurde ausgewechselt. Kurz danach die nächste und übernächste. Schnell zeigte sich, dass etwas Grundsätzliches nicht stimmte. Da es auf dem LKW während dem Transport lausig kalt war, nahmen wir an, das könnte die Ursache sein. Unser Beleuchter fuhr deshalb die Lichtregler nur halb hoch, um die Lampen langsam zu erwärmen. Jetzt gab es kein Problem mehr. Doch dann bei voller Beleuchtung knallten wieder mehrere Lampen durch und auch verschiedene Sicherungen im Power-Rack, der Steuereinheit für die Scheinwerfer, gaben ihren Geist auf.

Es war inzwischen schon spät und die Mannschaft, mit Ausnahme der Lichttechniker ging zum Mittagessen. Danach fingen die Schauspieler an, sich zu schminken und umzuziehen. Die Beleuchtung funktionierte immer noch nicht. Unserem Spielleiter stand der Schweiß auf der Stirn - und nicht nur ihm!

Unsere Techniker hatten inzwischen alle Verbindungen getrennt und versuchten mit Meßgeräten den Fehler einzugrenzen. So langsam wurden auch die Sicherungen und Ersatzlampen knapp!

Schließlich fanden sie die Ursache: In einem Verbindungskabel zum Drehstromanschluss der Halle waren im Stecker die Drähte vertauscht, sodass auf den Lampen teilweise statt 220 Volt eine Spannung von 380 Volt lag. Das Kabel hatten wir vorher einmal verliehen und da hatte wohl jemand "gebastelt".

Die Vorstellung konnte in letzter Minute dann doch pünktlich beginnen. Im Anschluss wurden alle unsere Geräte und Kabel einer zusätzlichen Sicherheitsprüfung unterzogen. Der Fehler verursachte einen Schaden von mehreren hundert Mark.
 


Abgestürzt

Anlässlich einer "Gala der Vereine der Stadtwerke" im Casino beteiligte sich der Theaterverein mit der Aufführung verschiedener Sketche auf der Bühne.

Nach dem letzten Sketch verbeugten sich die Darsteller und verließen die Bühne über die Treppe zum Saal. Da geschah es: Ein Darsteller rutschte aus, verlohr das Gleichgewicht und stürzte elegant die letzten Stufen hinunter. Mit der Hand versuchte er sich noch abzustützen.

Da das Ganze lustig aussah, war es den Zuschauern erst nicht klar - war das Absicht oder ein Unfall? - Unser Kollege hat sich dabei den Arm gebrochen und war mit Schmerzen eine Zeit lang nicht einsatzfähig.

Glücklicherweise ist alles gut verheilt und inzwischen kann auch er darüber lachen - oder?
 


Abgesagt

Zu seinem 50-jährigen Bestehen hatte der Theaterverein eine große Jubiläumsfeier geplant. Sie sollte am 15. September 2001 stattfinden. Alles war seit Monaten geplant und mit viel Engagement und Einsatz vorbereitet.

Doch dann geschah am 11. September der Anschlag auf die Zwillingstürme in New-York! Zunächst schockiert, entsetzt, wütend und dann traurig und enttäuscht mussten wir unsere Feier kurzfristig absagen.

Soweit es möglich war haben wir per eMail und Telefon unsere Mitglieder und Gäste informiert, aber alle konnten wir in der kurzen Zeit nicht erreichen. Deshalb hatten wir uns entschlossen, am vorgesehenen Abend doch da zu sein für diejenigen, die wir nicht erreicht hatten.

Das war auch gut so, denn einige kamen doch. Im Foyer des Casinos hatten wir dann die Gelegenheit bei einem Getränk und Gebäck mit unseren Gästen zu den Ereignissen ins Gespräch zu kommen. Alle Anwesenden hatten Verständnis dafür, dass die Veranstaltung verschoben werden musste.

Die Jubiläumsfeier wurde am 02. März 2002 mit viel Erfolg nachgeholt.
 


Stromausfall

Seit Jahren führen wir unser Märchen jeweils am 2. Advent im Saal des Bürgerzentrums in Karben auf. Am gleichen Wochenende findet vor der Halle auch der jährliche Weihnachtsmarkt statt.

Diesmal war unsere Aufführung wieder sehr gut besucht. Die Halle war restlos voll mit Kindern und ihren Begleitern.

Unser Stück bestand dieses Jahr aus 5 Akten. Zwischen den Akten musste jedesmal in einer kurzen Pause das Bühnenbild komplett umgebaut werden. Um diese Zeit zu überbrücken kamen jeweils zwei Mitglieder des Ensembles vor die Bühne in den Saal. Sie hatten die Aufgabe, die Kinder durch Gespräche, Gedichte aufsagen, gemeinsames Singen oder mit einer Polonaise durch den Saal zu unterhalten.

So war es auch in der Umbaupause zwischen dem 4. und letzten Bühnenbild. Während sich die Schauspieler mit einzelnen Kindern am Mikrofon unterhielten, fiel der Strom aus. Nur die Notbeleuchtung im Saal funktionierte noch.

Unsere Techniker bemühten sich fieberhaft, doch mehrere Versuche, Ton und Scheinwerfer wenigstens notdürftig wieder in Betrieb zu nehmen, scheiterten. Bei den Kindern, und mehr noch bei den Erwachsenen kam zunehmend Unruhe auf. Die beiden Unterhalter im Saal bemühten sich, zu den Leuten zu gehen (das Mikro funktionierte ja nicht mehr) um mit ihnen zu sprechen, sie zu informieren und zu beruhigen, damit keine Panik aufkam.

Der Hausmeister rief schließlich den Notdienst der Stadtwerke Karben, da die Panzersicherung des Gebäudes ausgelöst war. Die Stromversorgung hatte der Belastung durch die Veranstaltung, den Weihnachtsmarkt mit den vielen angeschlossenen Buden und den Hochbetrieb in der zugehörigen Gaststätte nicht standgehalten. Endlich nach einer guten halben Stunde war die Sicherung ersetzt und die Veranstaltung konnte fortgesetzt werden.

Nur ganz wenige unserer Gäste hatten den Saal vorzeitig verlassen. Die überwiegende Mehrheit konnte das Märchen bis zum Ende verfolgen und hatte Verständnis für die Panne. - Ein tolles Publikum!

 


Streiche
 
 
Beim Theater ist es üblich (jedenfalls bei uns) dass sich die Mitglieder der Truppe ab und zu gegenseitig Streiche spielen. Meistens trifft es die Neulinge. Nicht gerade bei ihren Bühnendebüt, aber dann, wenn sie sich sicher fühlen.

Ich erinnere mich da an die folgenden Episoden:


Einmal sollte der Doktor mit seinem Arztkoffer auf der Bühne erscheinen. Der Koffer war für den Auftritt immer schon hinter den Kulissen bereitgestellt. Aber diesmal hatten ihn die bösen Kollegen mit Backsteinen gefüllt. Man kann sich vorstellen, wie sich der Schauspieler wunderte, als er im Moment seines Auftritts nach dem Koffer griff und ihn, ohne sich etwas anmerken zu lassen, auf die Bühne schleppte.

Ein anderes mal spielten wir das Märchen Rumpelstilzchen. In einer Szene nahm die Amme im Beisein der Hofdame das Kind der Prinzessin (eine hübsche Kinderpuppe) aus dem Bettchen in den Arm. Diesmal allerdings war es anders: Die beiden noch unerfahrenen Schauspielerinnen fanden im Bett einen häßlichen Gnom. Nur die "Insider" bemerkten das Entsetzen und die vorübergehende Sprachlosigkeit der Spielerinnen.

In Aschenputtels Reich gurrten die Tauben im Baum. Gerade wollte das arme Mädchen das goldene Kleid, das im Haselstrauch erschienen war, an sich nehmen, als es von einem dünnen, nassen Strahl getroffen wurde. Die Kollegen, die für den Bühnenaufbau zuständig sind, hatten ein kleines Loch in die Kulisse gebohrt und von hinten das Wasser gespritzt. - Es waren also nicht die Tauben!

Bei Hänsel & Gretel gab die Gretel ihrem Bruder ein dünnes Stöckchen in seinen Käfig, um die Hexe zu täuschen. Nicht so bei der Premiere! Hier ließ Gretel sich etwas neues einfallen und gab ihrem Hänsel eine Hähnchenkeule in die Hand.

 
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Ähnliche Episoden gab es auch schon bei früheren Aufführungen und es wird sie sicherlich auch in Zukunft geben, daher wird dieser Beitrag bei Bedarf fortgesetzt. Man sieht, Theaterspielen ist immer für eine Überraschung gut und nie langweilig!
 

Quellenangabe:
Der Bayerische Rundfunk möge mir verzeihen, dass ich den Titel und die Logos aus seiner Website ausgeliehen habe. Aber das beweist, wie populär die Sendung des BR ist.

 

Michael Berz, Webmaster